Die Sammlung »Wiener
Tramwaymuseum«
In der Stadt mit einem der größten
Straßenbahnbetriebe der Welt besteht auch eine der vollständigsten und interessantesten
Sammlungen zur Geschichte des öffentlichen Stadtverkehrsmittel: die im Jahre 1966 von
Helmut Portele gegründete Sammlung „Wiener Tramwaymuseum“ (WTM).
Eine fast lückenlose Dokumentation - von
der Pferdebahn und Dampftramway bis zum modernen Gelenktriebwagen - und ein
umfangreiches Zeichnungs- Foto- und Schriftenarchiv sowie eine Sammlung von
dazugehörenden Einrichtungen und Bestandteilen zeigen die Entwicklung der
Wiener Tramway
vom Jahre 1865 bis zur Gegenwart.


Die 1966 gegründete Sammlung Wiener Tramwaymuseum war bis
1986 im Bahnhof Ottakring zu besichtigen.
Zur Rekonstruktion, Wartung und Erhaltung
Jahrzehnte alter Unikate wurden vom Gründer und vom Verein „Wiener Tramwaymuseum“
(WTM) unzählige
ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, Einheimische und Besucher der Stadt Wien
bei regelmäßigen (jeden Sonntag „Rund um Wien“ von
1973
bis 1985) und individuellen Tramway-Stadtrundfahrten geführt und Zehntausende
Interessenten bei Führungen im Museum in Ottakring betreut. Die
Sammlung ist
- nach 6-jähriger Aufbauarbeit - seit
dem 25.
November 1972 bis zum 16. Februar 1986 im Betriebsbahnhof Ottakring - kurze Zeit auch
im Bahnhof Koppreiter und Rudolfsheim - regelmäßig im Zuge von
Führungen öffentlich zugänglich. Im Jahre 1986 bzw.1992
übersiedelte dann die komplette Sammlung in den
Betriebsbahnhof Erdberg, um großzügig zum "Wiener
Straßenbahnmuseum" ausgebaut zu werden.

Von 31. Mai 1986 bis Ende der Saison 1991 war am neuen
Standort Erdberg sogar weniger Platz für Exponate als in Ottakring (Bild links).
Seit 1992 ist, nach Auflassung des Betriebsbahnhofes Erdberg und 26 Jahre nach
Gründung der Sammlung Wiener Tramwaymuseum, endlich genug Platz für die
Ausstellungsexponate (rechtes Foto).
Das Hauptproblem seit Gründung
der Sammlung war der permanente Platzmangel in den Ausstellungshallen. Nach langwierigen
Verhandlungen mit den Wiener Verkehrsbetrieben konnte schließlich ein neues
Übereinkommen für die Zusammenarbeit, den weiteren Ausbau der Sammlung in dem damals zur
Auflassung bestimmten Betriebsbahnhof Erdberg und den Einsatz von historischen
Straßenbahnwagen bei Sonderfahrten für den Wien-Tourismus, abgeschlossen
werden. Im
Jahre 1986 übersiedelte dann ein Teil der Sammlung vorerst in eine Halle des Betriebsbahnhofes
Erdberg und wurde, unter Leitung der Wiener Verkehrsbetriebe, als
„Wiener Straßenbahnmuseum“ am 31. Mai 1986
eröffnet. Schließlich konnte im Jahre 1992 die
gesamte von Helmut Portele aufgebaute Sammlung als
Ausstellung samt dazugehörender Einrichtungen auf das ganze Areal der
ehemaligen Straßenbahnremise ausgedehnt werden. Auch das große
unersetzliche Ersatzteillager des WTM wurde nach Erdberg verlagert.
Damit war endlich
- 26 Jahre nach der Gründung der Sammlung
„Wiener Tramwaymuseum“ - der würdige
Rahmen mit ausreichend Platz für diese einzigartige, auf einen Betrieb
beschränkte, Sammlung geschaffen.
Über 40 Jahre Sammlung
»Wiener Tramwaymuseum«
Als im Jahre 1966 Ing. Helmut
Portele - anlässlich seiner Organisationsarbeit für den ersten „Tag
der Stadtwerke“ am 16. Juli 1966 unter
Stadtwerke-Generaldirektor Dr. Karl Reisinger - erstmals die Möglichkeit zur
planmäßigen Sammlung von Fahrzeugen und dazugehörigen Einrichtungen der Wiener Stadtwerke-Verkehrsbetriebe für das „Wiener Tramwaymuseum“ (WTM) eröffnet
wurde, waren alle historischen Wagen im Eigentum der Verkehrsbetriebe und Helmut
Portele betreute sie als unbezahlter freier Mitarbeiter. Der offizielle Gründungstag des
Wiener Tramwaymuseums ist der 15. Juni 1966, der Tag an dem die
ersten historischen Wagen aus dem Personenwagenstand ausgeschieden und für die
Sammlung in eigenen Nummerngruppen im Hilfsfahrzeugstand zusammengefasst wurden.
Auch nachdem die historische Fahrzeuge ab dem Jahre
1969, nach Antritt von Franz Nekula als Amtsführenden Stadtrat, von den
Wiener Stadtwerken, aus finanziellen und personellen Gründen, aus dem Stand der
Wiener Verkehrsbetriebe ausgeschieden und an die Sammlung „Wiener Tramwaymuseum“
übereignet wurden und sich um den Gründer eine kleine Arbeitsgruppe bildete,
kam es zu keiner organisatorischen Änderung der Sammlung, obwohl die
Sammlung als offizielles Museum ab 1972 öffentlich zugänglich war.
Erst im Jahre 1974 wurde der Verein „Wiener Tramwaymuseum“ (WTM)
- unter Teilnahme von Stadtrat Franz Nekula, der Wiener Stadtwerke
und der Direktoren der Wiener Verkehrsbetriebe - gegründet, der ab dieser
Zeit als Rechtsträger für die Sammlung fungiert.
Das „WTM - Wiener Tramwaymuseum“, das als
Verein organisiert ist, ist Eigentümer des Großteils der Exponate der Sammlung „Wiener
Tramwaymuseum“ (WTM) (siehe Fahrzeugliste unter
„Ausstellungsfahrzeuge“ und
„Betriebsfahrzeuge“). Das WTM hat
keine Angestellte oder sonstige bezahlte Mitarbeiter. Auch wird seit Gründung
der Sammlung und auch des Vereins kein Mitgliedsbeitrag in Geld
eingehoben. Die aktive Mitarbeit beim WTM ist der Mitgliedsbeitrag!
Dank seiner Sonderfahrten
und der privaten finanziellen Unterstützung durch seinen Gründer konnte sich das Museum bis
1986, ohne Subventionen aus Steuergeld zu benötigen, selbst erhalten. Daher teilt
sich der Wagenpark der Sammlung Wiener Tramwaymuseum in zwei
Hauptgruppen: und zwar
in jene Ausstellungsfahrzeuge, welche nur zu besonderen
Veranstaltungen bei Sonderfahrten zum Einsatz kommen, weil sie als Unikate nicht
gefährdet werden dürfen und in jene Wagen, die sogenannten
Betriebsfahrzeuge,
welche durch ihren Einsatz bei den WTM-Tramway-Sonderfahrten
"Vienna by Tram" zur Erhaltung des Museums beitragen und daher die Existenzgrundlage bilden.

Die beliebten
Tramway-Stadtrundfahrten des
WTM sind international bekannt und gefragt.
Die Sammlung „Wiener
Tramwaymuseum“ war wegen seiner technisch-dokumentarischen, stadtgeschichtlichen
und vor allem touristischen Bedeutung auch Vorbild für ähnliche Museen in der
ganzen Welt. Heute hat nahezu jeder Ort, der eine Straßenbahn hat, seinen
Museumsbetrieb und viele trauern den früher verschrotteten Fahrzeugen nach und behelfen
sich mit alten Wagen anderer Betriebe oder adaptieren eigene Fahrzeuge für
Touristen-Sonderfahrten. Man beneidet Wien und lobt die Stadtverwaltung ob ihres
Weitblicks zu einer Zeit den Aufbau eines Museumsbetriebs ermöglicht zu haben, als
Nostalgie noch nicht „modern“ war.
So sind die
WTM-Tramway-Sonderfahrten
mit seinen historischen Straßenbahnzügen heute aus Wiens Straßenbild
nicht mehr wegzudenken und bilden mit den historischen Bauten
ein Ensemble, wie es die meisten nur aus einem Geschichtsbuch kennen.
Die
Ausstellungs-Exponate der Sammlung »Wiener Tramwaymuseum«
befinden sich
im Wiener
Straßenbahnmuseum
der Wiener Linien
in der ehemaligen
Straßenbahnremise Erdberg
in Wien 3, Zugang
"Ludwig-Koeßler-Platz" (bei der Stadionbrücke)
Station "Schlachthausgasse" der U-Bahnlinie
U3 und der
Straßenbahnlinie 18.